PROLOGA und die schöne neue Welt
Von Bert-Morten Arnicke
Auf dem Weg vom Wolfgang-Lukas-Platz in Richtung des Wohngebietes Heide-Süd kommt man linker Hand an einem Bürogebäude aus den späten 1990ern vorbei. Davor eine große Stele mit dem Hinweis „PROLOGA“, dahinter ein Beach-Volleyball-Court, der benutzt aussieht. Im Foyer empfängt mich die Personal- und Verwaltungschefin Jana Götze. Sie führt mich in ihr Büro, an der Wand diverse Urkunden vom halleschen Firmenlauf, unter dem Schreibtisch liegt ihr kleiner Mischlingsrüde Mucki.
Jana Götze ist 45 und eine echte Hallenserin: Im Universitätsklinikum um die Ecke im Jahrhundertwinter 1978 geboren, in Halle-Neustadt, Block 956, aufgewachsen und dort zur Schule gegangen. Nach dem Abi studierte sie Jura an der Uni Halle und ging für ihr Referendariat weg aus der Stadt, an das Landgericht Kassel. Richterin oder Anwältin waren keine Option, sie wollte schon immer in die Wirtschaft. Also heuerte sie 2016 nach einer Zwischenstation als Personalerin in der regionalen Metallindustrie bei PROLOGA an. Das IT-Unternehmen, was seit über 20 Jahren am Campus existiert, ist zurzeit in mehrfacher Hinsicht in einer Umbruchsituation. Zum einen setzt der neue Investor Afinum klar auf Wachstum, zum anderen sieht sich der Mittelständler in der Post-Corona-Ära mit einer, vorsichtig ausgedrückt, veränderten Technologie- und Arbeitswelt konfrontiert. Daraus ergeben sich einige Herausforderungen für die Führungskraft Götze.
Aber zunächst: Was macht die PROLOGA eigentlich? Die Unternehmensgruppe ist seit 2004 ein zertifizierter SAP-Entwicklungspartner mit Fokus auf die internationale Kreislauf- und Versorgungswirtschaft, dessen spezialisierte IT-Produkte in
Halle programmiert und durch SAP vermarktet und vertrieben werden. PROLOGA besteht seit 2001 und umfasst heute drei ITFirmen. Diese betreuen mit derzeit rund 75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an den Standorten in Halle (Saale) und Oldenburg Ver- und Entsorgungsunternehmen weltweit. Beispielsweise in Süd- und Zentralamerika, wo die Stromrechnung vom Ableser vor Ort, also an der Haustür, ausgedruckt werden muss. Das so genannte Onsite Billing (OSB) wird von der PROLOGA-Software unterstützt. Außerdem kommen die Produkte der PROLOGA für die Kreislaufwirtschaft auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Saudi-Arabien zum Einsatz. Die Mitarbeitenden der dortigen Kunden und Implementierungspartner werden in der Regel remote unterstützt. Aber auch zu Hause in Halle (Saale) kommen PROLOGA-Produkte zum Einsatz. Die Hallesche Wasser- und Stadtwirtschaft GmbH ist zum Beispiel einer der langjährigen Kunden.
Im Kern geht es bei PROLOGA um die intelligente Nutzung nachhaltiger Energien und die Optimierung von Prozessen in der Kreislaufwirtschaft. Die Software-Lösungen sind kundenindividuell, um Ver- und Entsorgern bei ihren geschäftskritischen Prozessen zu helfen und sie dabei zu unterstützen, die Herausforderungen einer sich ständig wandelnden Industrie zu meistern.
Teammitglieder gesucht Ständiger Wandel ist das Stichwort. Seit Anfang des Jahres ist mit der Münchner Afinum ein neuer Investor am Steuer, der das „organische Wachstumspotenzial der Gruppe ausschöpfen“ möchte. Unter anderem heißt das für Jana Götze, dass eine ihrer wichtigsten Aufgaben im Recruiting von neuen Programmierenden, Consultants und weiteren engagierten Kolleginnen und Kollegen liegt, die das Softwareunternehmen sowohl in der Produktentwicklung als auch in Implementierungsprojekten unterstützen. „Das Unternehmen soll in den nächsten Jahren von 75 auf 150 Mitarbeitende wachsen. Die finden wir nicht alle in der Region Halle/Leipzig“, so Götze. 70 Prozent der Menschen arbeiten schon heute bis zu drei Tage pro Woche mobil, der Anteil wird noch deutlich höher werden. 100 Prozent remote wird in Zukunft eher die Regel als die Ausnahme sein.
Allerdings möchte zurzeit ein Großteil der Belegschaft nicht auf die Präsenzarbeitszeit am Weinberg Campus verzichten, denn das Unternehmensklima ist laut Jana Götze sehr gut. Allein das Sportangebot spricht eine deutliche Sprache: Der Volleyball-Court hinterm Haus wird mehrmals pro Woche genutzt, es gibt eine Fußball-Truppe sowie Lauf- und Walkingangebote. Man nimmt regelmäßig an großen Firmensportevents teil und auch das Benefizschwimmen der halleschen Schwimmlegende Paul Biedermann war schon Teil des Programms. Die Aktivitäten werden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern selbst initiiert und organisiert. Seit Neuestem ist es auch möglich, seinen vierbeinigen Freund mit ins Büro zu bringen. Nach einer Umfrage im Team und einer dreimonatigen Testzeit kam das grüne Licht für die tierischen Bürogesellen. Der neue Investor findet das gut, Jana Götze auch. Weitere attraktive Benefits gibt es bereits oder sind in Planung.
Punkten mit Nachhaltigkeit und Internationalität Aber was sind darüber hinaus die Argumente im Buhlen um die begehrten IT-Spezialisten aus nah und fern? Götze nennt als Erstes inhaltliche Themen, mit denen man bei den zukünftigen Arbeitskräften punktet: Die IT-Produkte drehen sich um die Themen Umwelt und Nachhaltigkeit. Das komme an. Wer sich bei PROLOGA im Bereich Programmierung bewirbt, möchte sinnund wirkungsvolle Dinge tun. „Einerseits sind wir ein kleines
Unternehmen mit flachen Hierarchien, Freiheiten und einer Super-Unternehmenskultur, andererseits entwickeln wir Produkte für einen Global Player weiter. Das vermittelt Internationalität, Vertrauen und Sicherheit“, argumentiert sie. Mobiles Arbeiten sei in der Branche keine Alleinstellung mehr. Aber es gäbe noch etwas, was eindeutig für PROLOGA spricht. Der Standort: „Wenn du mich fragst, ich würde nicht mehr woanders arbeiten wollen“, so die PROLOGA-Personalchefin.
Jana Götze arbeitet seit acht Jahren am Weinberg Campus. Aus ihrer Sicht sprechen einige Gründe für den Standort. Zunächst das universitäre, akademische Umfeld und die moderne bauliche Infrastruktur, die für IT- und technologieorientierte Unternehmen eine optimale Voraussetzung darstellen. Außerdem ist man mit Straßenbahn und Fahrrad sehr schnell in der Stadt. Zum Bahnhof in etwas mehr als 10 Minuten, wenn die Strecke wieder baustellenfrei befahrbar ist. Das viele Grün ringsherum ist nicht nur für die hausinternen Sportaktivitäten sehr förderlich. „Sportschuhe an und ab auf die Peißnitz oder in den nahegelegenen Stadtwald Heide.“
Das attraktive Boarding-Haus der städtischen Wohnungsgesellschaft GWG in unmittelbarer Nachbarschaft macht die Unterbringung von temporären Arbeitskräften sehr einfach. Und was die eigene Immobilie nicht hergibt, kann man sich dann über das Technologiepark-Management des Weinberg Campus‘ organisieren. Götze denkt dabei vor allem an die gut ausgestatteten Meeting- und Eventräume mit angeschlossenem Café. Apropos, den Roy Coffee Hub nutzt die Hallenserin sehr gern, um sich mit den zahlreichen Bekannten und Freunden, die am Campus arbeiten, zu treffen. Job und Privates vermischen sich hier auf sehr angenehme Weise.
Weitere Informationen: www.prologa.com