Prof. Dr. Milton T. Stubbs

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Professor für Physikalische Biotechnologie

Prof. Dr. Milton T. Stubbs

Ich heiße eigentlich Milton T. Stubbs II (das „T.“ steht für Theodore J). Geboren in New York, bin ich in England aufgewachsen, wo ich auch zur Schule gegangen bin. Nach meinem Physikstudium habe ich meine Doktorarbeit in Biophysik geschrieben. 1987 bin ich als Postdoc nach München an das Max-Planck-Institut für Biochemie gegangen und irgendwie in Deutschland steckengeblieben.

Über die Stationen Stockholm und Marburg bin ich jetzt seit 2002 hier in Halle (Saale) als Professor für Physikalische Biotechnologie an der Martin-Luther-Universität. Mein Forschungsschwerpunkt ist Strukturbiologie und Röntgenkristallografie. Uns geht es darum, den Aufbau und die Funktion von Proteinen zu untersuchen. Typischer Weise bilden diese komplexen Bio-Makromoleküle spezifische Knäuel-Strukturen, die für die jeweilige Funktion verantwortlich sind. Wir versuchen diese Knäuel-Struktur zu visualisieren, um daraus ihre Funktion abzuleiten. Wir stellen die Proteine her, bringen sie in Kristalle und dann beschießen wir sie mit Röntgenstrahlen. Durch komplexe Berechnungen können wir am Ende die Struktur visualisieren.

Meine Arbeitsgruppe besteht momentan aus acht Leuten. Demnächst ziehen wir in das neue Proteinzentrum und sind nah an den Forschergruppen, mit denen wir am engsten zusammenarbeiten. Das ist ein großer Vorteil. Nicht nur für uns etablierte Wissenschaftler, auch bei unseren Mitarbeitern werden die Berührungsängste weniger, wenn man sich jeden Tag auf dem Flur über den Weg läuft.

Welchen Stellenwert hat die Proteinforschung am Standort Weinberg Campus?

In Halle existiert ein traditioneller Schwerpunkt der Proteinforschung, man forscht an der Struktur, ihrer Faltung und Funktion. Halle ist ein Zentrum für die Untersuchung von Proteinen als solches, aber auch wie sie miteinander wirken, mit anderen Molekülen der Zelle arbeiten. Wir sind Protein-Chemiker, Biochemiker, Pharmazeuten, Mediziner und Zellbiologen. Das neue Proteinzentrum ermöglicht die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit ihnen auf einem völlig neuen Niveau.

Eine Besonderheit an Halle ist darüber hinaus der Transfer in die Wirtschaft bzw. der Anwendungsaspekt von Proteinen als Werkzeuge. Hier werden in Forschungsgruppen und Unternehmen neue Wirkstoffe für Medikamente entwickelt in denen Proteine wirken – allgemein bekannte Medikamente/Therapeutika, die aus komplexen Proteinmolekülen bestehen sind zum Beispiel Herceptin® (einen Antikörper der gegen manche Arten von Brustkrebs Anwendung findet) oder die modifizierten Insuline Humalog® (schnellwirkend) und Lantus® (langsam wirkend). Ich arbeite sehr viel mit Unternehmen wie Navigo Proteins und Probiodrug oder der Außenstelle des Fraunhofer IZI von Professor Demuth zusammen.

Es hat sich in Halle ein gut funktionierendes Netzwerk für die angewandte Forschung herausgebildet. Außerdem veranstalten wir verschiedene Tagungen in Halle, die national und international Beachtung finden. Ein Beispiel dafür ist unsere „Halle Conference on Recombinant Proteins“, die wir schon zum fünften Mal durchgeführt haben. In diesem Rahmen kommen Forscher und die Industrie in Halle unter einem Dach zusammen.

Was schätzen Sie am Weinberg Campus?

Das sind vor allem die kurzen Wege. Auf dem Campus sind alle für uns relevanten naturwissenschaftlichen Arbeitsgruppen und Unternehmen an einem Ort. Den klassischen Uni-Campus mag ich eigentlich nicht. Aber hier auf dem Weinberg Campus ist es sehr angenehm, da wir nicht so weit von der Stadt oder der Peißnitzinsel entfernt sind. Das ist hier wirklich eine sehr schöne Ecke! Das einzige was fehlt, ist eine Kneipe!

Was wünschen Sie sich ganz persönlich für den Weinberg Campus? 

Ganz persönlich wünsche ich mir, dass ich in 20 Jahren als Emeritus noch ein Büro am Campus hätte. (lacht!) Der Campus soll weiter gedeihen und immer wieder junge Forscher aus der ganzen Welt nach Halle locken. Aktuell versuchen wir talentierten Nachwuchsforschern mit dem so genannten Tenure-Track langfristige Perspektiven in Halle zu bieten und hoffen, dass wir diese Forschungselite damit hier binden können. Ich hoffe, dass es sich weiter so gut entwickelt wie bisher.

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Institut für Biochemie und Biotechnologie

Kurt-Mothes-Straße 3
06120 Halle (Saale)
Tel: +49 (0)345 55 24809 / 24901 
Fax: +49 (0)345 55 27360
E-Mail: stubbs@biochemtech.uni-halle.de

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